Wiener Zeitung über Madame Fafü

Die Frau, die so gern ein Marienkäfer sein wollte Julia Dürr & Astrid Walenta: “Madame Fafü” - ein Fantasie-Bilderbuch über die Liebe zu Insekten. am 27.08.2020 um 07:40 Uhr von Mathias Ziegler Madame Fafü liebt Insekten. Und sie liebt Geschichten über Insekten. So erfindet sie eine Geschichte über eine Dame, die sich mithilfe von Insektenspray in einen Marienkäfer verwandelt. Und Madame Fafü träumt auch nachts von Insekten und davon, selbst zum Käfer zu werden. Zum Artikel...

1000 und 1 Buch

Mutter Erde hat sich ziemlich verändert. In „Madame Fafü“ von Astrid Walenta und Julia Dürr schreibt sie sich jetzt fast französisch, trägt Hosen und eine lustige Kappe. Statt den Blumenkindern beim Nähen zu helfen, oder Käferjungen zu bemalen, sprüht sie sich immer wieder selbst mit „Insektenspray“ ein und wird ein Krabbeltierchen. Zum Beispiel eins, das Kinder heute oft kaum noch kennen – ein Grashüpfer oder gar ein Glühwürmchen. Sie „liebt Insekten“, diese seltenen Tiere, für die es noch keinen Zoo gibt. Ungehört ist anscheinend der Song „The Big Yellow Taxi“ von Joni Mitchell von 1970 verhallt: „They paved paradise, and put up a parking lot“. Julia Dürr hat sie ganz fein und liebevoll hingestrichelt, die Ohrenkneifer, die Motten und Laustierchen. Die Ameisen und Bäume, Blätter und Mohnblumen. Sehr modern, weil reduziert wie aktuelles Design, und doch auch sehr nah bei den jugendstiligen llustrationen von Sibylle von Olfers. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen den Modernen. Ineinander verwoben erscheinen nicht nur Gräser, Stiele, Blüten und Tierchen, auch das Leben und Denken der Künstlerinnen überschreitet entspannt mehr als hundert Jahre. Radikal mag dem heutigen Kind die Idee von „Madame Fafü“ erscheinen, einen Marienkäfer samt Gras und Läusen unter einer Glasglocke zu halten – aber der Kunst muss ja jedes Mittel recht sein. Und außerdem wird der Käfer ja durch Magie befreit. Befreit von strenger Logik, wie die Erzählung selbst, die „Achten fliegt“ und mehrmals wortwörtlich wiederkehrt. Wiederholung und Detailverliebtheit, zwei Geheimnisse gelungener Kinderliteratur – Walenta und Dürr sind ein „dream-team“. Ein schönes, etwas verschnörkeltes kleines Bilderbuch, das viel Raum für eigene Phantasie lässt. In der Ferne hört man leises Singen: „Hey farmer...

STUBE – Seitenweise Kinderliteratur

Seitenweise Kinderliteratur 2019 Madame Fafü hat nicht nur ein ganz besonderes Interesse an Insekten, sondern erzählt auch gerne Geschichten: Dreimal wird in diesem Bilderbuch jene Erzählung wiederholt, die Astrid Walenta einmal als erdachte Geschichte, einmal als Traum und einmal als literarisch festgehaltenes Werk präsentiert. Fiktionale Autorin und Figuren verschmelzen dabei zunehmend, wenn sich Madame Fafüs Alter Ego im Insektendasein erprobt. Wie die Erzählebenen werden auch die Bildelemente miteinander verschränkt: Gleich einem Bühnenbild stellt Julia Dürr ihre Figuren in einen gepatchworkten Raum aus detailreich collagierten und gezeichneten Elementen. Durch die feinsinnig arrangierte Text-Bild-Kombination wird ein lustvolles metafiktionales Spiel mit der Doppelsinnigkeit von Literatur kreiert, die ihre eigene Gemachtheit miteinbezieht....

kklick – Kulturvermittlung Ostschweiz

Madame Fafü Madame Fafü liebt Insekten, und sie liebt es, Geschichten zu erzählen. Gerne versucht sie sich wie ein Insekt zu bewegen: springen wie ein Grashüpfer, fliegen wie ein Schmetterling oder summen wie eine Biene. Wenn sie Geschichten erzählt, beginnen sie immer gleich: «Es war einmal eine Dame, die eine Insektensammlung und einen Insektenspray besass. Mit diesem Spray kann sie sich in ein Insekt verwandeln. Heute wollte sie ein Marienkäfer sein.» Gerade als Madame Fafü diese Geschichte aufschreiben wollte, flog ein Marienkäfer auf ihren Schreibtisch. Ist das Zufall? Die Geschichte ist eine Geschichte in der Geschichte. Sie wird von der Autorin anmutend und poetisch erzählt. Die zarten Zeichnungen mit Pastellfarben unterstreichen die Poesie der Geschichte gekonnt. Die Phantasie der Leser wird angeregt und das Bilderbuch bietet neue Interpretationen von Text und Bild. Ein wunderschönes Buch, das zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten einlädt und immer wieder angeschaut werden kann. Katrin Signer-Roth Hier gehts zur Online Version...

Badische Zeitung

Als Marienkäfer flog sie gern in Achterbahnen, “denn dann wußte sie nicht, wo Anfang und Ende waren und das gefiel ihr”. In einer Endlosschleife wird von Astrid Walenta auch die minimalistische Geschichte von “Madame Fafü” erzählt.

Kinder- und Jugendmedien Bern – Freiburg

Die fantasievolle, klug strukturierte Geschichte in der Geschichte irritiert plötzlich, lässt innehalten und wirft die Frage auf: Wie war das nun genau und wie kann das sein? Und sie verleitet zum Weiterspintisieren ad absurdum. Das Zusammenwirken von Text und Illustration ist hohe Schule und vergnüglich. Klare Formen, dezente Farben und eine Menge an Details laden zum genauen Hinsehen und Blättern ein. Das Buch ist vielfältig einsetzbar. Eveline Schindler Kinder- und Jugendmedien Bern -...